Baumfällungen K904

Standsicherheit der Bäume ist nicht mehr gewährleistet – laut Hessen Mobil

Kranke Eschen an der K904 sollen durch Linden ersetzt werden

Gelnhausen. An der Kreisstraße 904 zwischen Lieblos und Hailer/Meerholz sind einige Eschen von einem Pilz so stark befallen, dass sie nicht mehr zu retten sind. Die Bäume müssen in den kommenden Tagen gefällt und durch Neupflanzungen ersetzt werden. Konkret betroffen sind zehn der insgesamt rund 100 Bäume an der Verbindung durch das Kinzigtal. Der Charakter der Allee soll erhalten und die Lücken schnellstmöglich mit widerstandsfähigen Linden geschlossen werden, so die Mitteilung aus dem Landratsamt.

„Eine Erhaltung der erkrankten Bäume ist laut Gutachter nicht möglich und die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet“, informiert der zuständige Leiter des Amtes für Bau- und Liegenschaftsverwaltung, Joachim Peter. Daher haben die Fachleute von Hessen Mobil wegen der Verkehrsgefährdung eine Beseitigung dringend empfohlen. Die Maßnahme soll voraussichtlich in der letzten Februarwoche erfolgen. Eine Ersatzpflanzung kann dann noch in diesem Frühjahr beauftragt werden. Die Untere Naturschutzbehörde hat dazu bereits ihre fachliche Einwilligung erteilt und die Winterlinde als geeignete und widerstandsfähige Alternative für diesen Standort empfohlen.

Das so genannten „Eschentriebsterben“ ist eine schwere Baumkrankheit, die bisher nicht wirksam bekämpft werden kann. Verursacht wird der Befall durch einen aus Ostasien eingeschleppten Pilz. Wegen der starken Symptome bis hin zur Stammfäule müssen gerade Straßenbäume regelmäßig begutachtet werden. Dabei wurden auch die erkrankten Exemplare an der K904 registriert.
Die zehn betroffenen Eschen sind in den höchsten Schadenstufen eingeordnet und bereits weitgehend abgestorben, so dass andere Schädlinge das Werk fortsetzen. Nur noch vereinzelte Nottriebe halten die Bäume am Leben. „Aufgrund der Nähe zur Straßen müssen wir hier eingreifen und die am stärksten betroffenen Exemplare ersetzen“, erläutert Amtsleiter Joachim Peter. Der entsprechende Auftrag werde in Kürze erteilt, Hessen Mobil werde dann über mögliche Verkehrseinschränkungen informieren. +++

 

Im Folgenden ein Schriftverkehr nach Bekanntgabe der geplanten Eschenfällung an der K904 zwischen den 1. Vorsitzenden des BUND und dem Landrat des Main-Kinzig-Kreises:

15.02.2018  Sehr geehrter Herr Landrat,

der Presse war zu entnehmen, dass 10 Eschen an der K 904 gefällt werden sollen.

Ich möchte Sie bitten, nur die Eschen fällen zu lassen, deren Standsicherheit tatsächlich gefährdet sind. Dies sollte nicht ein “Baumspezialist” von Hessen Mobil entscheiden, sondern der MKK, der ja einen Gutachter beauftragt hat, der den MKK sicher fachkompetent beraten kann. Es sollte geprüft werden, ob es nicht ausreichend ist, in die Fahrbahn ragende Äste zu beseitigen, anstatt einen Baum komplett zu fällen. Es wird nach Mitteln gesucht, den Pilz, der die Eschen befällt, zu bekämpfen. Man sollte also den Erlen an der K 904 eine Chance geben. Wie auch Baumspezialisten sich täuschen können, sieht man an der “Flugplatz-Eiche”, die extrem geschädigt wurde und der alle Fachleute keinerlei Überlebenschancen gaben. Die Eiche hat, ebenso wie die Eschen an der K904, Nottriebe gebildet und überlebt. Was von “Baumspezialisten” von Hessen Mobil zu erwarten ist, konnte man beim Kahlschlag an der Autobahn A66 sehen, der ja auch wegen der Verkehrssicherungspflicht erfolgte.

Ich bitte Sie für eine sachgerechte und angemessene Lösung zu sorgen.

Viele Grüße

Bodo Delhey

1. Vorsitzender

BUND Kreisverband Main-Kinzig

Antwort am 20.02.2018:

Sehr geehrter Herr Delhey,

ich beziehe mich auf Ihre Mail vom 15. Februar 2018 an Herrn Landrat Stolz, der mich gebeten hat, Ihnen zu antworten.

Das Gutachten zur Beurteilung der Erlen an der K 904 wurde von Hessen Mobil erstellt und von unseren Experten im Amt für Umwelt und Naturschutz sowie einem zertifizierten Baumkontrolleur geprüft. Grundsätzlich wurde mit Hessen Mobil vereinbart, dass bei vom Pilz befallenen Eschen ab der Schadstufe 4 eine Fällung erforderlich ist, da in diesem Zustand eine direkte Verkehrsgefährdung besteht. Das Beispiel Flugplatzeiche ist  mit dem Eschentriebsterben leider nicht zu vergleichen. Resistenzen gegen die Krankheit sind bisher nicht bekannt. Auch ein Totholzschnitt hätte lediglich zu einem Aufschub der Fällung im Herbst geführt und doppelte Kosten verursacht. Insofern ist die Fällung der Eschen zum jetzigen Zeitpunkt leider unabdingbar.

Mit freundlichen Grüßen

Benno Sinsel
Persönlicher Referent
Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises
Büro des Landrats Thorsten Stolz
Persönlicher Referent

Barbarossastraße 24 63571 Gelnhausen

 

…und welche Fakten wurden von Hessen Mobil geschaffen?

Es wurden 12 Eschen gefällt !

…… weitere Informationen folgen nach einer Stellungnahme seitens des MKK´s.